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Aphrodite – Göttin der Liebe, Lust und Schönheit

Aphrodite
Sandro Botticelli: Die Geburt der Venus (Aphrodite), 1485

Aphrodite wurde von den alten Griechen als Göttin der Liebe und der Lust verehrt.

Sie soll die schönste aller Göttinnen gewesen sein.

Aphrodite, die Göttin der Liebe

Aphrodite gehörte zu den zwölf Göttern des Olymps. Sie stand für Schönheit, die auch Pflanzen, Blumen und Gärten umfasste. Zugleich war sie die Göttin der Liebe und der sinnlichen Begierde. Sie fand außerdem als Schutzherrin von Sexualität und Fortpflanzung Verehrung. Dabei leistete sie einen wichtigen Beitrag zum Fortbestehen von Menschen und Natur.

Auch die Römer verehrten Aphrodite als Göttin und gaben ihr den Namen Venus.

Aphrodites Erscheinung

Aphrodite galt als wunderschön und trug honigblondes Haar, das sie oft in die Höhe steckte. Immer wieder stellte die Göttin ihre Schönheit demonstrativ zur Schau. Ihre Augen präsentierten sich funkelnd und dunkel. Ihr Mund war sinnlich und rot.

Darüber hinaus galt Aphrodite als überaus modebewusst. So besaß wohl keine Göttin im Olymp so viele Kleider wie sie. Gern kleidete sich Aphrodite abwechslungsreich, wobei sie stets darauf achtete, verführerisch zu wirken.

Besonders Gürtel hatten es der Göttin der Liebe angetan. Durch ihren Einsatz vermochte sie es, ihre verführerische Figur besonders gut zur Geltung zu bringen. Nicht selten präsentierte sich die Göttin aber auch komplett unbekleidet.

Aphrodites Charaktereigenschaften

Zu den markanten Charakterzügen von Aphrodite zählte ihre Eitelkeit. So reagierte sie oft sehr ungehalten darüber, wenn jemand schöner sein wollte als sie selbst. Sie galt aber auch als sanft, zart und lieblich. Oft war sie heiter und sonnigen Gemütes.

Herkunft

Ihren Ursprung hatte Aphrodite bei den vorgriechischen Fruchtbarkeitsgöttinnen wie Ischtar aus Babylon oder Astarte aus Syrien. Mit dem Aufstieg der griechischen Kultur begann sich das Bild der Göttin zu wandeln. So war sie nicht mehr nur die Göttin der Fruchtbarkeit, sondern auch von Liebe und weiblicher Schönheit.

Die alten Griechen nannten für Aphrodite gleich zwei Väter. So war es bei Homer Zeus, der sie zusammen mit Dione zeugte, während Hesiod Uranos zum Vater der Aphrodite machte.

Kronos, der Sohn des Uranos, schnitt seinem Vater auf Anraten seiner Mutter Gaia mit einer Sichel dessen Geschlechtsteile ab. Anschließend warf er diese ins Meer, wo sich Blut und Samen miteinander vermischten. Das Wasser schäumte sich auf und brachte daraufhin Aphrodite zur Welt.

Nach den Erzählungen Hesiods betrat die Göttin zunächst die griechische Insel Kythera und anschließend Zypern. Von den Horengöttinnen, die für die Überwachung des geregelten Lebens zuständig waren, wurde Aphrodite geschmückt. Danach begegnete sie den Göttern des Olymps, die sie aufnahmen. Von Göttervater Zeus wurde Aphrodite adoptiert.

Aphrodites Besonderheiten

Aphrodite war auch Gebieterin über Tiere und Pflanzen. So genügte ein Wink von ihr, damit sie sich paarten und vermehrten. Einige Tiere erhielten den besonderen Schutz der Göttin wie die Taube, der Sperling und der Delfin.

Um Aphrodite zu ehren, erhielt sie oftmals Rosen und Granatäpfel.

Gemahlin des Hephaistos

Hephaistos, der Gott des Feuers und der Schmiedekunst, wurde der Gemahl der Aphrodite. Kinder brachte sie ihrem Mann jedoch nicht zur Welt. Stattdessen gebar sie zahlreichen anderen Göttern und Menschen Nachkommen. So stellte sich keine Liebe zu Hephaistos ein, zumal er nicht besonders schön war und hinkte.

Aphrodites Liebhaber

Zu den bedeutendsten Liebhabern der Aphrodite zählte der Kriegsgott Ares, mit dem sie ihren Gemahl Hephaistos ständig betrog. Hephaistos erhielt jedoch Kenntnis über die Untreue seiner Frau und stellte ihr und ihrem Liebhaber eine Falle.

Als es erneut im Bett zum Liebesspiel zwischen Aphrodite und Ares kam, verfing sich das Paar in einem Netz, das Hephaistos gespannt hatte. Hephaistos holte die anderen Götter herbei, die spöttisch lachten, als sie sahen, wie der nackte Ares versuchte, sich aus der Falle zu befreien.

Aphrodite blieb jedoch letztlich von Hephaistos‘ Vorgehen unbeeindruckt und suchte sich viele neue Liebhaber. Dazu gehörte u. a. der schöne Adonis, der Sohn eines Königs. Auf Adonis reagierte jedoch wiederum Ares eifersüchtig, der den Prinzen in einen Eber verwandelte, den anschließend der Tod bei der Jagd ereilte.

Adonis Ableben traf Aphrodite hart. Sie wandte sich an Persephone, die die Gemahlin von Unterweltgott Hades war und brachte sie dazu, dass Adonis immer nur sechs Monate in der Unterwelt verbringen musste. In den anderen sechs Monaten konnte sich Aphrodite wieder mit ihrem Geliebten treffen. In der Zwischenzeit standen der Göttin der Liebe zahllose andere Liebhaber zur Verfügung.

Zu Aphrodites Liebhabern gehörten zum Beispiel der Götterbote Hermes, der wilde Gott Dionysos sowie der Trojaner Anchises, dem sie Äneas gebar.

Der Trojanische Krieg

Aphrodite war auch indirekt am Ausbruch des Trojanischen Krieges beteiligt. So sollte der trojanische Prinz Paris, der Sohn von König Priamos, bei einem Schönheitswettbewerb darüber entscheiden, welche Göttin des Olymps die Schönste war: Aphrodite, Athene oder Zeus‘ Gemahlin Hera. Alle drei stritten heftig um diesen Ehrentitel und versuchten, Paris zu bestechen. Dabei versprach ihm Aphrodite, dass ihn die schönste Frau der Welt lieben würde.

Aus diesem Grund entschied sich Paris schließlich für Aphrodite. Als Belohnung erhielt Paris die schöne Helena, die jedoch bereits mit König Menelaos von Sparta verheiratet war. Aphrodite stand Paris bei, um Helena zu gewinnen. Paris entführte die Gattin des Menelaos nach Troja und löste damit den langwierigen Trojanischen Krieg aus, der mit seinem Tod und dem Untergang Trojas endete.

Weil Hera und Athene über Paris‘ Entscheidung zutiefst beleidigt waren, halfen sie den Griechen gegen die Trojaner, während sich Aphrodite auf deren Seite schlug. Durch die List mit dem Trojanischen Pferd konnten die Griechen den Krieg jedoch letztlich zu ihren Gunsten entscheiden.

Kultstätten der Göttin

Die alten Griechen weihten Aphrodite zahlreiche Tempel und Kultstätten, in denen sie der Göttin der Schönheit ihre Verehrung zuteilwerden ließen. Die bekanntesten Heiligtümer befanden sich auf der Insel Zypern.

Auch Statuen, Gemälde und Hymnen wurden Aphrodite gewidmet, um ihre Schönheit zu preisen. Ebenso erhielt die Göttin einen umfangreichen Platz in der griechischen Kunst und Philosophie. Die Römer schufen für sie unter dem Namen Venus viele Liebesgedichte.