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Ares – der Kriegsgott

Gott Ares
Bild: Masterrr / Shutterstock.com

Ares gehörte zu den bekanntesten, aber auch unbeliebtesten Göttern des Olymps.

Er war der Gott des schrecklichen Krieges.

Ares – der Gott des Krieges

Kein Gott der griechischen Mythologie war derart verhasst und gefürchtet wie Ares. Er galt als Gott des schrecklichen Krieges, des Massakers, Mordens und Blutbades. Tauchte er erst einmal in das Schlachten und Töten ein, fand er kein Ende mehr und berauschte sich daran. Grauen und Furcht waren seine ständigen Weggefährten.

Bei den anderen Göttern war Ares äußerst unbeliebt. Sogar sein eigener Vater Zeus begegnete ihm mit Abscheu. Dennoch war Ares Teil der zwölf Götter des Olymps.

Mehr Anklang als bei den alten Griechen fand Ares bei den Römern, die ihm den Namen Mars gaben.

Bezeichnung

Woher die Bezeichnung Ares stammt, ließ sich bis in die Gegenwart nicht klären. Es gilt als wahrscheinlich, dass Ares „Rächer“ oder „Verderber“ bedeutet.

Als mythologische Heimat des Kriegsgottes wird Thrakien in der Bronzezeit gesehen.

Außerdem konnte Ares schon in der mykenischen Epoche zwischen 1600 und 1050 v. Chr. auf dem Festland Griechenlands nachgewiesen werden.

Herkunft

Ares war der Sohn von Göttervater Zeus und dessen Gemahlin Hera.

Von Anfang an war Ares kaum zu bändigen und zeigte sich wild und roh. Nicht selten verfiel er in pure Mordlust und suchte stets den blutigen Kampf. Oft zog er mit wilden Tieren aus.

Obwohl Ares der Gott des Krieges war, mangelte es ihm an klugem, strategischem Denken wie es die Göttin Athene verkörperte, die häufig Kriegslisten anwandte. Dagegen handelte es sich bei Ares eher um einen Raufbold.

Kampf gegen Athene

Als der Trojanische Krieg tobte kam es zu einer direkten Auseinandersetzung zwischen Ares und Athene.

Während Zeus Sohn für die Trojaner ins Feld zog, kämpfte Athene für die Griechen. Athene stand sogar dem Diomedes bei, sodass dieser den Kriegsgott verwunden konnte. Ares war gezwungen, seine Verletzungen auf dem Olymp von Asklepios, dem Gott der Medizin, behandeln zu lassen.

Als Ares wütend zu seinem Vater eilte, um sich über das Vorgehen Athenes zu beschweren, begegnete ihm Zeus mit eisiger Ablehnung und erklärte ihm seinen Hass. Wäre Ares nicht sein Sohn gewesen, hätte Zeus ihn längst tief unter die Erde in den Tartaros verbannt.

Ares‘ Charakterzüge

Ares kannte kein Erbarmen, war aggressiv, blutrünstig und grausam. Es war ihm ein Vergnügen, in die Schlachten der Menschen einzugreifen und sie gegeneinander aufzuhetzen.

Besondere Freude bereiteten ihm Massaker, Plünderungen sowie das Brechen von Knochen. Während die anderen Götter sich lieber mit den schönen Künsten befassten, waren diese ihm ein Gräuel.

Sowohl die meisten Götter als auch Menschen verachteten Ares. Dennoch wurde er auch als Idealbild von männlicher Stärke und Schönheit angesehen.

Ares und Aphrodite

Zumindest bei einer Göttin, nämlich Aphrodite, stieß Ares zeitweilig auf Gegenliebe. So galt Ares sogar als deren Favorit, sodass sie ihm drei Kinder gebar.

Allerdings war Aphrodite bereits mit Hephaistos, dem Gott der Waffenschmiede und Handwerker verheiratet, dem sie keine Kinder schenkte. Mit Ares traf sie sich immer wieder heimlich.

Vom Sonnengott Helios erfuhr Hephaistos jedoch eines Tages vom Betrug seiner Gemahlin. Er entschied sich, Aphrodite und Ares eine Falle zu stellen, und richtete um das Bett des Paares unlösbare Netze ein, in denen sich die beiden während eines erneuten Liebesspiels verfingen.

Anschließend rief Hephaistos die anderen Götter herbei, die in schallendes Gelächter ausbrachen. So war es dem humpelnden Hephaistos gelungen, den grimmigsten und gewandtesten unter den Göttern zu fangen.

Auf Intervention von Poseidon erfolgte die Freilassung der beiden Gefangenen. Während Ares nach Thrakien abreiste, begab sich Aphrodite in ihren Tempel nach Paphos.

Diese Geschichte stammte von Homer und erreichte große Popularität. Dabei fand sie in der berühmten Odyssee Verwendung.

Von den Riesen gefangen

Eine andere Geschichte von Homer über Ares stammte aus dessen Jugendzeit. Dabei geriet Ares in die Gefangenschaft der Riesen Otos und Ephialtes, die ihn fesselten und 13 Monate gefangenhielten. Erst dann gelang die Befreiung des erschöpften Ares durch Hermes.

Ares‘ Nachkommen

Ares hatte auch Nachkommen. Zusammen mit Aphrodite zeugte er Deimos (Gott des Grauens) und Phobos (Gott der Furcht), die zu den ständigen Begleitern des Kriegsgottes wurden.

Auch eine Tochter namens Harmonia ging aus der Beziehung hervor, die zur Frau des Königs Kadmos von Theben wurde.

Als weiterer Sohn galt einigen Quellen zufolge Eros, der Liebesgott, der mit Pfeil und Bogen ausgerüstet war.

Darüber hinaus hatte Ares viele Liebschaften mit sterblichen Frauen. In der römischen Mythologie gehörte die Vestalin Rea Silvia dazu. Sie brachte die beiden Zwillinge Romulus und Remus zur Welt, die später Rom begründeten.

Ares‘ Verbündete

Bei den meisten Göttern war Ares unbeliebt. Dennoch hatte er auch einige Verbündete. Dazu gehörten der Unterweltgott Hades, Ate, die Göttin der Verblendung, sowie die Göttin Ker, die den gewaltsamen Tod verkörperte.

Außerdem galt Ares als Stammvater der Amazonen.

Verehrung für den Gott des Krieges

Eine direkte Verehrung von Ares als Gott des Krieges fand bei den Griechen nicht statt. Allerdings wurde jeder Krieg als Ehrerbietung für ihn betrachtet.

Kulturelle Verehrung blieb weitgehend aus. Zu den Ausnahmen gehörte der Areopag (Areshügel) in Athen, für den Ares als Namenspate stand. Laut Inschriften und Münzen fand die Huldigung des Ares dort während des 6. und 5. Jahrhundert v. Chr. statt.

Ares als Mars

Wesentlich mehr Respekt erfuhr Ares bei den Römern, die ihm den Namen Mars gaben.

Zusammen mit dem Göttervater Jupiter stieg der Herr des Krieges zu ihren wichtigsten Göttern auf. So wurde er als Vater der mythischen Rombegründer Romulus und Remus gepriesen, wodurch er als Stammvater aller Römer galt.

Die Römer gaben ihm Beinamen wie „Mars Invictus, der Unbesiegbare“ oder „Mars Ultor, der Rächer“.

Ares in der Gegenwart

Auch in der Gegenwart beschäftigt Ares als Gott des Krieges noch immer die Phantasie mancher Autoren. So gehört er zum Beispiel in der DC-Comicserie Wonder Woman* zu den Erzfeinden der Amazonenprinzessin und taucht in einigen Real- und Zeichentrickverfilmungen auf.