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Artemis – Göttin der Jagd, des Waldes und des Mondes

Artemis - griechische Jagd- und Mondgöttin
Bild: Gilmanshin / Shutterstock.com

Artemis wurde von den alten Griechen als Göttin der Jagd, des Waldes und des Mondes verehrt.

Darüber hinaus beschützte sie Frauen und Kinder.

Die Göttin der Jagd

Die jungfräuliche Göttin Artemis gehörte zu den zwölf Göttern des Olymps. Was der Name Artemis bedeutet, ließ sich bis in die Gegenwart nicht klären. Es gilt als wahrscheinlich, dass eine Vorgängerin der Artemis auf Kreta als Göttin der Jagd sowie der Berge Verehrung fand.

Artemis trug auch einige Beinamen. So wurde sie von Homer als potnia theron bezeichnet, was „Herrin der Tiere“ bedeutete. Ein weiterer Zusatzname war Argotera (Jägerin). Andere Beinamen lauteten Phoibe, Delia oder Kynthia.

Von den Römern wurde Artemis als Diana verehrt. Die Etrusker priesen sie als Artumes.

Attribute der Artemis

Zu den typischen Markenzeichen der Göttin Artemis gehörten der Pfeil sowie der silberne Bogen. Diesen hatten ihr die Kyklopen zum Geschenk gemacht. Er galt als Symbol für die Mondsichel. Durch den besonderen Bogen erlangte Artemis eine hohe Treffsicherheit, wenn sie Pfeile auf die Menschen abschoss, um sie mit Krankheiten zu strafen.

Ebenfalls zu den Merkmalen der Artemis zählten die Zypresse sowie das Wermutkraut.

Herkunft der Artemis

In den Überlieferungen des griechischen Dichters Hesiod war Artemis die Tochter von Göttervater Zeus sowie der Titanin Leto. Als Leto Artemis austrug, stellte ihr Zeus‘ Gemahlin Hera aus Eifersucht nach. Dadurch konnte Leto keinen geeigneten Ort finden, um ihre Tochter zur Welt zu bringen.

Auf der Insel Delos fand sie endlich Unterschlupf. Dort wurde Artemis gemeinsam mit ihrem Zwillingsbruder Apollon geboren. Welcher der beiden zuerst zur Welt kam, ist je nach Quelle unterschiedlich.

Göttin der Tiere

Artemis unternahm viel mit ihrem Bruder Apollon. Im Wald wurde sie als Göttin der Tiere verehrt. So gab es einige Tiere, die ihr heilig waren, wie zum Beispiel der Hirsch. Daher existieren zahlreiche Abbildungen von Artemis mit einem Hirsch.

Als Göttin der Jagd wurden Artemis Fähigkeiten wie Zielsicherheit und Geschicklichkeit zugeschrieben. Allerdings konnte die Göttin auch unnahbar und grausam sein. In manchen Erzählungen verwandelte sich Artemis in einen Bären. Wenn Artemis nicht allein durch den Wald zog, begleiteten sie mitunter Nymphen.

Die jungfräuliche Göttin

Weil es sich bei Artemis um eine jungfräuliche Göttin handelte, war es Männern verboten, sich ihr zu nähern. Dies galt besonders für jene Männer, die ihr ihre Jungfräulichkeit nehmen wollten. So legte Artemis größten Wert darauf, ihre Jungfräulichkeit zu bewahren.

Sogar die Nymphen, die sie begleiteten, waren Jungfrauen. Als Zeus Artemis‘ Lieblingsnymphe Kallisto schwängerte, verwandelte sie ihre ehemalige Begleiterin nach der Geburt ihres Sohnes Arkas zur Strafe in eine Bärin und verjagte sie.

In späteren Jahren kam es zu einer Begegnung zwischen Arkas und seiner Bärenmutter Kallisto. Arkas konnte seine Mutter jedoch nicht erkennen und wollte sie erlegen. Dann griff jedoch Zeus ein, der die beiden als Sternbilder Großer Bär und Kleiner Bär ins Weltall versetzte. Auf diese Weise bewahrte er Kallisto davor, von ihrem eigenen Sohn getötet zu werden.

Artemis und Aktaion

Als Held der griechischen Mythologie galt der Jäger Aktaion, der ein Enkel des Kadmos war. Bei einer seiner Jagdausflüge begab er sich in eine Grotte, um sich in ihr abzukühlen. Dort nahm jedoch gerade die Göttin der Jagd ein Bad. Artemis entging nicht, dass sie von dem Jäger unbekleidet gesehen wurde.

Damit niemand von dieser peinlichen Begegnung erfahren konnte, verwandelte Artemis Aktaion in einen Hirsch. Kurz darauf zerfleischten ihn seine eigenen Jagdhunde. Später spielten die Priesterinnen der Artemis diese Begebenheit nach und setzten sich dabei Hundekopf-Masken auf. Außerdem jagten sie einen Mann, der sich als Hirsch verkleidet hatte.

Artemis als Rächerin

Auch in anderen Situationen zeigte Artemis Härte und wurde als rächende Göttin angesehen. Zusammen mit ihrem Bruder Apollon versah sie Niobe, die gegenüber Leto angab, dass sie sieben Söhne und sieben Töchter hatte und deshalb viel mehr leistete, mit einem harten Schicksal, indem Apollon all ihre Söhne umbrachte.

Von Artemis wurden schließlich auch Niobes sieben Töchter getötet. Als Niobe all ihre toten Kinder erblickte, erstarrte sie vor lauter Trauer zu Stein.

Artemis, die Gütige

Artemis konnte aber auch gütig sein und Milde walten lassen. Als die Griechen unter ihrem Anführer Agamemmnon vor ihrer Fahrt nach Troja eine heilige Hirschkuh umbrachten, verlangte die Göttin der Tiere von Agamemnon, ihr seine älteste Tochter Iphigenie zu opfern.

Auf dem Opferaltar zeigte Artemis jedoch Gnade, sodass Iphigenie durch eine Hirschkuh ersetzt wurde. Artemis brachte Agamemmnons Tochter nach Tauris, wo sie ihr als Priesterin diente. Agamemnon und seine Getreuen traten daraufhin die Reise nach Troja an.

Helferin der Gebärenden

Artemis galt außerdem als Helferin der Gebärenden. Diese Eigenschaft besaß sie bereits kurz nach ihrer Geburt, als sie ihrer Mutter Leto dabei half, Apollon zu gebären. Weil Hera überaus eifersüchtig war, hatte sie Leto ihren Schoß verschlossen, sodass es eine schwere Geburt wurde.

Artemis trifft auf Herakles

Überliefert ist auch ein Zusammentreffen zwischen Artemis und dem großen Helden Herakles. Herakles hatte vom mykenischen König Eurystheus den Auftrag erhalten, eine Hirschkuh mit goldenen Hufen einzufangen, was jedoch ein ganzes Jahr in Anspruch nahm.

Als die Hirschkuh schlief, konnte der Held sie mit einem Netz einfangen. Eine andere Erzählung berichtete, dass Herakles die Vorderläufe der Hirschkuh mit einem Pfeil so genau durchschoss, dass sie dabei keine Verletzungen erlitt.

Der Fang der Hirschkuh rief jedoch Artemis auf den Plan, die mit ihrem Bruder Apollon erschien. Artemis war überaus wütend, weil die Hirschkuh zu ihren heiligen Tieren zählte. Der Zorn verflüchtigte sich jedoch, als Herakles von seinem Auftrag durch König Eurystheus Bericht erstattete.

Artemis wurde sogleich der Plan klar, den Eurystheus verfolgte. So sollte sie ihm als Werkzeug dienen, indem sie Herakles nach dem Fang der Hirschkuh tötete, da dies einen schweren Frevel darstellte. Artemis gedachte jedoch nicht, dem König bei seinem ruchlosen Plan zu helfen.

Herakles versprach als Dank für die Gnade der Göttin, die Hirschkuh nach der Übergabe an Eurystheus sofort wieder freizulassen. Herakles hielt sein Wort. Umgehend nach der Übergabe der Hirschkuh an den König, gelang dem Tier die Flucht.

Freundschaft mit Orion

Eines Tages schloss Artemis Freundschaft mit dem wilden Jäger Orion. Dies missfiel ihrem Bruder Apollon jedoch derart, dass er seine Schwester zu einem Wettkampf herausforderte. So verlangte Apollon von Artemis, dass sie ein weit abgelegenes Ziel mitten im Wasser mit einem Pfeil treffen sollte. Doch Artemis‘ Pfeil erreichte dieses Ziel durchaus.

Allerdings musste Artemis erkennen, dass es sich bei dem von Apollon vorgegebenen Ziel um den Kopf des Orion handelte, der im Wasser schwamm. Aus diesem Grund wurde er von der Göttin als Sternbild in den Himmel erhoben.

Kultstätten der Artemis

Wichtige Heiligtümer der Artemis befanden sich in Attika und Sparta. In Ephesos wurden im Artemis-Tempel (Artemision) bis ins Jahr 356 v. Chr. die Mysterien von Ephesos abgehalten. So verehrten die Bewohner der Stadt Artemis als mächtige Muttergöttin. Als Begleiter der Göttin der Tiere fungierte der göttliche Hirsch Akoluthos.