≡ Menu

Hades – Totengott und Herrscher der Unterwelt

Als Totengott ist Hades der Beherrscher der Unterwelt, die ebenfalls den Namen Hades trägt.

Hades gilt als dunkler Gott, dessen Schattenreich niemand verlassen kann.

In der griechischen Mythologie stellt Hades den Gott der Unterwelt dar.

Gleichzeitig ist er auch Gott der Toten, des Geldes und der Fruchtbarkeit.

Als Sohn der Titanen Kronos und Rhea zählt Hades zu den Geschwistern von Göttervater Zeus.

Er wird als dunkler Gott angesehen, der zahlreiche Beinamen trägt wie „Herr des Totenreiches“, „der Unsichtbare“, „der Ungesehene“ oder „der Reiche“.

Hades‘ Merkmale

Hades gehört den zwölf Göttern des Olymp an. Allerdings hat er sein Domizil nicht in dem griechischen Gebirge, sondern in der Unterwelt, als deren Wächter er fungiert. Auf diese Weise verschafft er den Verstorbenen eine neue Heimstätte.

Hades‘ Gestalt ist groß und kräftig. Ein Markenzeichen des Gottes sind seine tiefschwarzen Haare, die in sein hageres Gesicht fallen.

Darüber hinaus trägt er gern schwarze Kleidung. Seine Augen blicken oft dramatisch in seine Umgebung und wirken mitunter verloren. Hades Gesicht wird von einem umfangreichen schwarzen Vollbart verziert.

Gekleidet ist der Totengott in einen prächtigen schwarzen Mantel, der seinen Oberkörper umhüllt. Auf Hades‘ Kopf sitzt eine Krone aus Gold.

Ein weiteres Merkmal seiner Macht ist ein langes Zepter, das sich in seiner rechten Hand befindet.

Als weitere wichtige Attribute von Zeus‘ Bruder gelten ein goldener Schlüssel sowie das Füllhorn von Reichtum und Erfolg.

Hades‘ Aufstieg zum Herren der Unterwelt

Als Hades geboren wurde, verschlang ihn zunächst sein Vater Kronos zusammen mit seinen Geschwistern.

Nachdem sein jüngerer Bruder Zeus ihn befreit hatte, schloss er sich gemeinsam mit seinem zweiten Bruder Poseidon dem Zeus an, um gegen Kronos zu kämpfen.

Mit vereinten Kräften befreiten sie die Hekatoncheiren aus ihrer Gefangenschaft im Tartaros.

Zum Dank erhielt Hades von ihnen eine Tarnkappe, die ihn unsichtbar machte. Dadurch konnte er sich manchen Vorteil gegen seine Gegner verschaffen; er verlieh die Kappe hin und wieder an verbündete Götter oder Helden.

Als Hades, Zeus und Poseidon Kronos besiegt hatten, entschied das Los über ihren Anteil an der Herrschaft über die Welt.

Dabei fiel der Himmel an Zeus und das Meer an Poseidon. Dagegen musste sich Hades mit der düsteren Unterwelt begnügen.

Anstatt auf dem Olymp zu verweilen, zog der Totengott in sein unterirdisch gelegenes Reich.

Dort errichtete er einen steinernen Palast, den nie ein Sterblicher betreten hat.

Das Leben des Totengottes

Obwohl Hades als Gott der Unterwelt fungiert, war er nicht bösartig oder ungerecht.

Er sah sein Dasein als wichtigen Auftrag an, den es weise zu erfüllen galt.

Dabei bewachte er auch die Bodenschätze sowie die Erzeugnisse der Fruchtbarkeit, was wiederum den Lebenden zugutekam.

Damit die Verstorbenen die Unterwelt nicht wieder verlassen konnten, versiegelte er sämtliche Ausgänge mit einem Schlüssel.

Der göttliche Höllenhund Kerberus half ihm, die Ausgänge der Unterwelt zu bewachen.

Hades und Persephone

Mit der Zeit wurde Hades sein Dasein als einsamer Totengott recht öde, sodass er sich nach weiblicher Gesellschaft sehnte und nach einer Gemahlin suchte.

Seine Wahl fiel auf Persephone, die Tochter seiner Schwester, der Göttin Demeter.

Doch Persephone dachte überhaupt nicht daran, sich in die trostlose Unterwelt zu begeben und lehnte Hades‘ Werbungen ab.

Schließlich setzte Hades alles auf eine Karte und entführte seine Angebetete, als sie mit den Okeaniden spielte. Dabei erhielt er sogar Unterstützung von Zeus.

Als Hades Persephone mit in die Unterwelt nahm, schäumte ihre Mutter Demeter vor Wut. Als Göttin der Fruchtbarkeit schlug sie das Land mit einer Hungersnot, um Hades dazu zu bringen, ihr ihre Tochter wieder zurückzugeben.

Durch die Hungersnot starben viele Menschen, die Hades nun in seine Unterwelt aufnehmen musste.

Schließlich griff Zeus ein, um die Lage wieder zu beruhigen. Er traf mit seinem Bruder das Abkommen, dass Persephone für einen Teil des Jahres in der Unterwelt blieb und den restlichen Teil bei ihrer Mutter verbrachte.

Hades stimmte zu und strebte eine Zusammenarbeit mit Demeter an. So verließ Persephone Hades jeden Frühling und kehrte nach einem halben Jahr wieder in die Unterwelt zurück.

Die Regeln der Unterwelt

Eine der wichtigsten Regeln der Unterwelt war, dass niemand, der in den Hades gelangte, ihn jemals wieder verlassen durfte.

Mit diesem Prinzip sollten die Lebenden geschützt werden, weil es sonst zu einer Übervölkerung der Erde mit Geistern gekommen wäre.

Hades hatte zudem Anteil an der Fruchtbarkeit und dem Wachstum der Welt. So erhielten die Wurzeln und Samen der Pflanzen von Hades wichtige Nährstoffe, damit die Triebe auf der Erdoberfläche gut gedeihen konnten.

Sein Reich verließ der Totengott nur selten, um seine Familie auf dem Olymp zu besuchen. Dabei gab er sich zumeist bei wichtigen Besprechungen oder Festen die Ehre.

Hades besaß außerdem eine Quadriga, die von vier schwarzen Pferden namens Alastor, Aethon, Orphnaois und Nykteus gezogen wurde.

Minthe und Leuke

Nach den Erzählungen des römischen Dichters Ovid (43 v. Chr. – 17. n. Chr.) hatte Hades auch eine Geliebte. Dabei handelte es sich um die Nymphe Minthe.

Persephone reagierte auf sie jedoch mit Eifersucht und verwandelte sie in einen Stock Krause Minze.

Eine andere Geliebte des Hades trug den Namen Leuke. Nach ihrem Tod verwandelte er sie in einen weißen Pappelbaum.

Laut Ovid soll Hades auch eine Tochter gehabt haben, deren Mutter jedoch unbekannt blieb. Sie wurde Veneratio genannt.

Konfrontation mit Herakles

Zu den letzten zwölf Aufgaben des legendären Helden Herakles gehörte die Entführung von Hades‘ Höllenhund Kerberus aus der Unterwelt.

Dabei erhielt Herakles Unterstützung von den Göttern Athene und Hermes.

So drang Herakles in die Unterwelt vor und griff Hades mit einem Stein an. Dabei wurde Hades verwundet und ergriff die Flucht.

Persephone gestattete dem Helden, Kerberus mit sich zu nehmen. Dazu musste Herakles den Höllenhund jedoch ohne Waffen einfangen, was ihm schließlich auch gelang.

Darüber hinaus befreite Herakles auch noch den Helden Theseus sowie die Königsgemahlin Alkeste, was Hades mit großem Unwillen registrierte.

Kult um Hades

Im Unterschied zu Zeus gab es für Hades nur wenige Kultstätten.

An einigen Orten verehrte man ihn gemeinsam mit Persephone als Gott der Fruchtbarkeit.

In Alexandria fand zu seinen Ehren die Errichtung eines Tempels statt.

In Griechenland wurden Hadestempel u. a. in Athen, Olympia, Pylos und Koroneia erbaut.

In der Stadt Elis bei Bylos durften die Priester den Hadestempel nur ein einziges Mal im Jahr betreten.

Die Kunst stellte Hades oft als Räuber der Persephone dar. Mitunter wurden die beiden auch als Herrscherpaar der Unterwelt abgebildet.