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Hephaistos – Gott des Feuers und der Schmiede

Hephaistos gehörte zu den zwölf Göttern des Olymps.

Er war für die Herstellung von Waffen, Geschmeide und Gebrauchsgegenständen zuständig.

Hephaistos als Gott des Feuers

Hephaistos wurde als griechischer Gott des Feuers bekannt.

Auch die Römer verehrten ihn später unter dem Namen Vulcanus.

Die griechische Mythologie sah in ihm aber nicht nur den Gott des Feuers, sondern auch der Schmiede, die in der Antike als Metallkünstler galten und großes Ansehen genossen.

Hephaistos kümmerte sich um die Anfertigung von Waffen, Schmuckstücken sowie einfacher oder sakraler Gebrauchsgegenstände.

Die Geburt des Hephaistos

Obwohl Hephaistos der Sohn von Göttervater Zeus und dessen Gemahlin Hera war, stand seine Geburt unter keinem guten Stern.

So soll Hera ihn via Parthogenese, also eingeschlechtliche Fortpflanzung, geboren haben, um Zeus zu beweisen, dass sie ihren oft untreuen Gemahl nicht zum Kinderzeugen brauchte.

Als Hephaistos das Licht der Welt erblickte, war er jedoch klein und schrie. Hera zeigte sich über seinen Anblick entsetzt, befand ihn als hässlich und warf ihren Sohn kurzerhand vom Olymp in die Tiefe.

In der Nähe der Insel Lemnos stürzte Hephaistos in den Okeanos, wo ihn die Meernymphen Eurynome und Thetis bargen.

Sie pflegten ihn gesund und zogen ihn auf.

So konnte Hephaistos die Schmiedekunst erlernen.

Außerdem erwies er sich als geschickt bei der Anfertigung von Schmuckstücken.

Da es auf Lemnos einen Vulkan gab, trug dies zum Kult um Hephaistos als Gott des Feuers bei.

Bei den Römern befand sich Hephaistos Werkstatt unter dem Vulkan Ätna.

Hephaistos‘ Rückkehr auf den Olymp

Als Hephaistos das Erwachsenenalter erreichte, sandte er Hera einen Thron aus Gold zu.

Hera war zunächst erfreut über das Geschenk und nahm darauf Platz. Kaum hatte sie das getan, wurde sie jedoch von dem Thron gefesselt.

Niemand außer Hephaistos war in der Lage, die Göttin von ihm zu befreien.

Schließlich baten die anderen Götter Hephaistos, auf den Olymp zurückzukehren.

Heras Sohn willigte ein und befreite seine Mutter von ihren Fesseln.

Andere Darstellungen

Es existieren aber noch andere Geschichten über Hephaistos‘ Werdegang.

Als er bei einem Streit zwischen Hera und Zeus seine Mutter unterstützte, war es demnach sein Vater, der ihn vom Olymp warf.

Und als Hephaistos bei Lemnos ins Meer stürzte, rettete ihn angeblich der thrakische Stamm der Sintoi, der auf der Insel lebte. Allerdings behielt der Feuergott ein Hinken zurück.

Hephaistos‘ Ehe mit Aphrodite

Später wollte sich Zeus wieder mit seinem Sohn versöhnen.

Aus diesem Grund gab er ihm Aphrodite zur Gemahlin.

Aphrodite betrog Hephaistos aber mit Ares.

Daher erschuf Hephaistos ein Netz, das sich nicht zerstören ließ, und brachte es am Bett seiner Frau an.

Als Aphrodite mit Ares im Bett lag und sich mit ihm vergnügen wollte, schnappte das Netz zu und fing beide ein, sodass sie sich nicht fortbewegen konnten.

Darauf hatte Hephaistos nur gewartet. Er holte sofort die anderen Götter des Olymps, die die Göttin auslachten.

Weil diese Geschichte von Homer stammte, ist auch von einem „homerischen Gelächter“ die Rede.

Nach diesem Vorfall kam es zur Trennung zwischen Hephaistos und Aphrodite.

Werkstätten und Helfer

Die Werkstätten des Hephaistos lagen unterhalb des Vulkanon auf Lemnos.

Dort arbeiteten die einäugigen Zyklopen als Gehilfen für ihn.

Weitere wichtige Helfer waren Kratos (Stärke) und Bia (Kraft).

Der Hephaistosschlag

Berühmtheit erlangte der Gott des Feuers auch durch den Hephaistosschlag.

Dabei half Hephaistos seinem Vater Zeus bei der Geburt von dessen Tochter Athene, indem er ihm mit dem Hephaistosschlag den Schädel spaltete und Athene daraus hervorging.

Als Dank versprach Zeus seinem Sohn Athene zur Frau.

Doch mit dem weiblichen Geschlecht hatte Hephaistos auch weiterhin kein Glück.

Athene wollte nämlich lieber Jungfrau bleiben und verschwand kurz vor der Vereinigung mit dem Feuergott, sodass sein Samen auf die Erde hinab fiel.

Dadurch entstand wiederum der legendäre athenische Held Erichthonios.

Hephaistos‘ Werke

Da Hephaistos auch der Gott der Handwerker war, schuf er eine Vielzahl an speziellen Waffen und Kleidungsstücken.

Aber auch typische göttliche Erkennungszeichen wie die Blitz- und Donnerzepter des Göttervaters Zeus oder das goldene Ziegenfell Aigis der Athene zählten zu seinen Arbeiten.

Weitere berühmte Werke des Hephaistos, die in seinen Werkstätten entstanden, waren:

  • das Palasttor des Olymps,
  • eherne Hallen, die den Göttern als Unterkünfte dienten,
  • die Pandora, die er im Auftrag von Zeus anfertigte,
  • die Pfeile des Apollon,
  • die Pfeile des Eros,
  • Pfeile und Bogen der Artemis,
  • Schild und Waffen des Achilles im Auftrag von Thetis,
  • die Rüstung des Ares,
  • der Zweizack des Hades,
  • der Dreizack des Poseidon,
  • die feuerspeienden Stiere des Aietes,
  • der Schild des Aeneas im Auftrag der Aphrodite,
  • die Kette, mit der Prometheus an das Kaukasusgebirge gefesselt wurde,
  • der Halsschmuck der Harmonia,
  • der Wagen des Helios,
  • zwei mechanische Dienerinnen aus Gold,
  • der Bronzeriese Talos, der als Wächter der Insel Kreta fungierte.

Der Charakter des Feuergottes

Hephaistos schwankte zwischen Genie und Hinterhältigkeit.

So agierte er oft mit Tücke, um seine phantastischen Ideen in die Tat umzusetzen.

Dabei stellte Hephaistos weder einen strahlenden Helden noch einen bösartigen Schurken dar.

Im Mittelpunkt seines Lebens stand das Handwerk.

So fielen auch seine Kreationen nicht speziell positiv oder negativ aus.

Auch bei der Herstellung von Waffen verfolgte Hephaistos keine bösartigen Hintergedanken.

Stattdessen fertigte er sie an, weil er die Fähigkeit dazu besaß.

Auch Macht stand nie im Vordergrund von Hephaistos‘ Denken.

Vielmehr verlangte es ihn nach Gerechtigkeit.

Dabei schreckte er nicht davor zurück, auch andere Götter wie seine Mutter Hera, die ihn vom Olymp verstoßen hatte, oder seine Gemahlin Aphrodite, die ihn immer wieder betrog, bloßzustellen, indem sie zu Opfern seiner trickreichen Fallen wurden.

So handelte es sich bei Hephaistos eher um einen Einzelgänger, der am liebsten in seiner vulkanischen Werkstatt arbeitete.

Auf Feiern mit den anderen Göttern verzichtete der Gott des Feuers hingegen.

Dabei war er der einzige Gott auf dem Olymp, der Handarbeiten verrichtete.

Verehrung des Hephaistos

Trotz allem respektierten sowohl die Götter als auch die Menschen Hephaistos für seine zahlreichen Ideen und Fähigkeiten.

Außerdem hatte der Gott auch einige Nachkommen wie den Bildhauer Ardalos sowie den Räuber Periphetes.