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Hera – griechische Göttin der Ehe und Geburt

Hera ist die wichtigste griechische Göttin.

Sie ist die ältere Schwester des Göttervaters Zeus und zugleich seine Gemahlin.

Hera – die Göttermutter für Heim und Ehe

Als Schwester des obersten griechischen Gottes Zeus ist auch Hera die Tochter der Titanen Kronos und Rhea.

Darüber hinaus stellt sie die Frau des Göttervaters dar und zählt zu den zwölf olympischen Gottheiten.

Nach einem örtlichen Mythos fand Heras Geburt auf der griechischen Insel Samos unterhalb eines Lygosbaums statt, was allerdings außerhalb von Samos nicht überliefert ist.

Einmal pro Jahr kam es unter dem Lygosbaum auf Samos zur heiligen Hochzeit zwischen Zeus und Hera.

Durch ein Bad im Fluss Imbrasos konnte die Göttin ihre Jungfräulichkeit erneuern.

Zu Heras Merkmalen zählte ihre große Schönheit, die sie mit großem Stolz erfüllte.

Gleichzeitig galt die Göttin aber auch als sehr eitel und auf ihr Äußeres bedacht.

Heras Körper wird als schlank und hochgewachsen beschrieben. Ohne zu zierlich zu sein, war ihr Körper wohlgeformt.

Durch ihr hervortretendes Kinn demonstrierte die Göttin ihre Entschlossenheit.

Da sie jedoch einen strengen Blick hatte, nannte Zeus sie oft „kuhäugig“.

Heras Merkmale

Bekleidet war Hera zumeist mit einem Chiton, der einer römischen Tunika ähnelte, und nur Hals und Arme freiließ. Mit einem Obergewand bedeckte die Göttin zudem gern ihre Gestalt.

Zu Heras Kennzeichen zählten ein königliches Diadem, das sie auf dem Kopf trug, sowie ihr Zepter. Mit beiden Utensilien demonstrierte Zeus Gemahlin ihre Herrschaft.

Mitunter trug sie in der Hand auch einen Granatapfel mit sich, der als Symbol für ihre eheliche Fruchtbarkeit diente.

Aus Anlass der Hochzeit zwischen Hera und Zeus hatte Gaia im Garten der Hesperiden, der sich am Ende der Welt befand, einen Baum mit goldenen Äpfeln gepflanzt.

Bei diesen goldenen Früchten handelte es sich um Äpfel der Unsterblichkeit.

Die Aufgaben der obersten Göttin

Hera wachte als Göttin über ein geregeltes Sexualleben innerhalb der Ehe.

Außerdem fielen der Schutz der Ehe sowie die Geburt in ihren Aufgabenbereich.

In Argos verehrten sie die Menschen als Eileithyia, die Göttin der Geburt.

Bei Hesiod ist Eileithyia jedoch nicht Hera selbst, sondern eine Tochter von Zeus und Hera.

Des Weiteren galt die Göttin als Hera Zygia als Schutzpatronin der Hochzeitsnacht.

Die Römer setzten sie der Göttin Juno gleich.

Als heiliges Tier der Hera fungierte der Pfau.

Besondere Verehrung wurde der Göttin in den griechischen Städten Argos, Mykene und Sparta zuteil.

Charaktereigenschaften der Hera

Zu Heras besonderen Charakterzügen gehörten Stolz und Herablassung.

Aus diesem Grund bevorzugte die Göttin auch den eitlen Pfau als Schoßtier, der sich stets in ihrer Nähe aufhielt.

Auch die Kuh wurde von Hera als heiliges Tier betrachtet und mitunter als Opfer dargebracht.

Nicht selten hielten sich zudem Löwen und Greifvögel in ihrer Nähe auf.

Als negative Charaktereigenschaft der Hera galt ihre Rachsucht. So konnte sie sich als unbarmherzig erweisen, wenn jemand ihre Eitelkeit verletzte.

Auch an Kriegen und Intrigen war Hera oft beteiligt. Richtete sich der Zorn der Göttin auf eine bestimmte Person, drohte deren Leben große Gefahr.

Heras Ehe mit Göttervater Zeus

Dazu, wie es zur Eheschließung zwischen Hera und ihrem Bruder Zeus kam, gibt es unterschiedliche Überlieferungen.

So berichtete eine Sage, dass Hera sich schon nach dessen Geburt in den jüngeren Zeus verliebte. Als er das Mannesalter erreicht hatte, verführte sie ihn schließlich.

In einem anderen Mythos wird jedoch das Gegenteil beschrieben. Darin war es Zeus, der seine Schwester begehrte und um ihre Hand anhielt, was Hera zunächst missfiel. Aus diesem Grund gab sie ihm einen Korb.

Zeus entschloss sich daher, zu einer List zu greifen und nahm während eines großen Sturms die Gestalt eines Kuckucks an, was Hera rührte, sodass sie voller Mitleid den vermeintlichen Vogel auf ihren Schoß nahm. Schließlich gab sie Zeus‘ Werbung nach und gebar ihm mehrere Kinder.

In einer anderen Version heißt es, Zeus habe sich blitzschnell wieder zurückverwandelt und seine Schwester überwältigt, was dieser derart peinlich war, dass sie der Ehe anschließend zustimmte.

Die Kinder von Hera und Zeus

Mit Zeus hatte Hera vier Kinder.

Dies waren:

  • Ares, der Gott des Krieges,
  • Hephaistos, der Gott von Handwerk und Schmiedekunst,
  • Hebe, die Göttin der Jugend,
  • sowie Eileithyia, die Göttin der Geburt.

Heras Eifersucht

Bekannt war Hera auch für ihre rasende Eifersucht, wozu ihr Zeus allerdings auch guten Grund gab, da er sich ständig mit schönen Göttinnen und Menschenfrauen einließ und mit ihnen zahlreiche Kinder zeugte.

All jene Rivalinnen wurden daher von Hera mit großem Hass verfolgt. Einige davon bezahlten Heras Wut sogar mit ihrem Leben.

Dazu gehörte u. a. die schöne Königstochter Semele, die die Geburt von Zeus‘ Sohn Dionysos, dem Gott des Weines, erwartete.

Aus Rachsucht verwandelte sich Hera in Semeles Amme Beroe und redete Semele ein, dass Zeus gar nicht Zeus sei.

Daher bat Semele Zeus, sich ihr in all seinem Glanz zu zeigen. Als Zeus der Königstochter dies nicht ausreden konnte, erfüllte er ihren Wunsch.

Semele wurde durch Zeus‘ Glanz wie vom Blitz getroffen und sank tot zu Boden. Sogar der ganze Palast verbrannte.

Semeles Kind Dionysos konnte jedoch von Hermes gerettet werden, sodass Zeus es später selbst durch Schenkelgeburt austrug.

Da Hera die ständigen Seitensprünge ihres Gemahls nicht ertragen konnte, spionierte sie ihm immer wieder nach. Kam sie einer neuen Liebschaft auf die Spur, richtete sie ihren ganzen Zorn auf Zeus‘ Angebetete.

Als zum Beispiel Zeus mit seiner Cousine Leto die Zwillinge Artemis und Apollon zeugte, versuchte die Göttin die Geburt der Zwillinge zu verhindern.

Grund dafür war auch die Prophezeiung ihrer Großmutter Gaia, dass Letos Kinder eines Tages bedeutender sein würden als ihre eigenen Sprösslinge. Daher jagte Hera Leto durch Griechenland.

Sogar der Python, eine Riesenschlange, die ansonsten das Orakel von Delphi bewachte, wurde von Hera auf Leto gehetzt, die jedoch schließlich Zuflucht beim Meeresgott Poseidon fand und ihre Kinder auf der Insel Delos in Ruhe zur Welt bringen konnte.

Ein weiteres Opfer von Heras Eifersucht wurde Zeus‘ Geliebte Io, die Tochter des Flussgottes Inachos.

Als Zeus Io aus Liebe entführen wollte, bemerkte dies Hera und plante, ihre frühere Priesterin in den Wahnsinn zu treiben.

Als die rasende Hera sich Io näherte, verwandelte Zeus diese in eine Kuh.

Seine Gemahlin durchschaute diesen Trick jedoch und ließ Io von einer Rinderbremse verfolgen, die sie zum Wüten bringen sollte.

Hera und der Trojanische Krieg

Ein weiteres düsteres Kapitel im Dasein von Hera stellte der Trojanische Krieg dar.

Dabei stand die Göttin auf der Seite der Griechen und freute sich über den Untergang der Trojaner. Grund dafür war Rachsucht.

So hatte der trojanische Prinz Paris, der Sohn von König Priamos, bei einem Apfelstreit nicht Heras Partei ergriffen, sodass der Apfel an die Schönheitsgöttin Aphrodite ging.

Die Göttin Hera in der Kunst

Hera war ein beliebtes Objekt für die Kunst. So gab es schon im alten Griechenland zahllose plastische Darstellungen von ihr.

Eines der berühmtesten Kunstwerke über die Göttin stellte die Goldelfenbeinstatue des berühmten Bildhauers Polyklet dar, die im Heraion der Stadt Argos ausgestellt wurde.

Hier war Hera mit ihrem Diadem geschmückt zu sehen, wie sie auf ihrem prächtigen Thron saß. Während sie in einer Hand einen Granatapfel hielt, befand sich in der anderen das Zepter mit einem Kuckuck, der Hera heilig war.

Neben dem Heraion von Argos gab es noch weitere Tempel in Griechenland, die der Göttin Hera geweiht waren, wie das Heraion von Samos oder das Heraion von Olympia.