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Zeus – Göttervater der griechischen Mythologie

Zeus in der griechischen Mythologie
Zeus – der mächtigste Gott in der griechischen Mythologie

Zeus ist der oberste und mächtigste Gott der griechischen Mythologie.

Er verfügt über ebensoviel Macht wie die anderen Götter zusammen.

Bei Zeus handelt es sich um den jüngsten Sohn der Titanen Kronos und Rhea.

In der griechischen Mythologie wurde er häufig mit Merkmalen wie einem Zepter, einem Adler oder einem Blitzbündel dargestellt.

Auch trug er oft einen Helm sowie den mächtigen Schild Ägis, wodurch er kriegerischer wirkte.

Trotz all seiner Stärke verfügt Zeus jedoch nicht über Allmacht. So muss er sich zum Beispiel seinen Töchtern, den Moiren, fügen, weil sie das personifizierte Schicksal verkörpern.

Auch wenn Zeus über große Intelligenz verfügt, ist er nicht allwissend. Daher nimmt er auch Ratschläge von anderen Göttern an und hört auf das Orakel.

Gerät Zeus in Wut, schleudert er Blitze und Donner zur Erde hinab.

Darüber hinaus hat der bärtige Göttervater die Fähigkeit, sich in Tiere oder Menschen zu verwandeln, was ihm dabei hilft, viele Frauen zu verführen.

Zeus‘ Kindheit

Da Zeus der Sohn des Titanen Kronos ist, trägt er auch den Beinamen Kronion.

Seine Geschwister sind Hades, Poseidon, Demeter, Hestia und Hera.

Zeus Vater Kronos hatte seinen eigenen Vater Uranos entmachtet, wie der griechische Dichter Hesiod zu berichten wusste.

Kronos trieb danach die Angst um, dass seine Kinder ihn ebenfalls seiner Macht berauben könnten. Aus diesem Grund verschlang er Zeus Geschwister mit seinem Rachen unmittelbar nach deren Geburt.

Als Zeus bald das Licht der Welt erblickte, gaben Kronos Eltern Gaia und Uranos seiner Mutter Rhea den Rat, die Geburt unbemerkt zu vollziehen.

Dazu begab sich Kronos‘ Frau nach Kreta in eine Höhle in der Nähe der Stadt Lyktos.

Als Zeus zur Welt gekommen war, wurde er von Gaia versteckt. Um Kronos zu täuschen, wickelte Rhea einen Stein in eine Windel, den er sofort wie all seine anderen Kinder verschlang.

Nachdem die Täuschung von Kronos geglückt war, konnte Zeus in Ruhe auf Kreta aufwachsen. Dabei kümmerten sich die Nymphen Adrasteia und Ide sowie die Ziege Amaltheia um den Knaben, für dessen Schutz die Kureten, ein Trupp von waffenstarrenden Dämonen, sorgten.

Nach den Schriften des Hesiod wuchs Zeus rasch heran, sodass er gegen seinen Vater Kronos vorgehen konnte.

Zeus handelte jedoch klug und ersuchte in der Bibliothek des Apollodor die Titanin Metis um Rat, die später auch seine erste Geliebte wurde.

Metis gab Kronos eine Droge, die ihn dazu brachte, sowohl den Stein als auch Zeus Geschwister wieder auszuspeien.

Nun stand Zeus jedoch der Kampf gegen seinen Vater bevor.

Die Titanomachie – Zeus‘ Kampf gegen die Titanen

Der Kampf zwischen Zeus und seinen Geschwistern gegen ihren Vater Kronos trägt die Bezeichnung Titanomachie.

Dabei planten Kronos‘ Kinder, ihren Vater sowie das Geschlecht der Titanen zu stürzen, damit sie die bekannte Welt unter sich aufteilen und beherrschen konnten.

Kronos erhielt bei seinem Kampf die Hilfe mehrerer Titanen wie Hyperion, Kreios, Atlas, Iapetos, Koios und Menoitios.

Der Titan Okeanos sowie die weiblichen Titaninnen Rhea, Theia, Tethys, Phoibe und Mnemosyne wahrten hingegen Neutralität.

Über ein Jahrzehnt lang dauerte der Krieg zwischen beiden Parteien an, ohne dass dabei eine Entscheidung fiel.

Dass Zeus den Sieg davontragen konnte, verdankte er letztlich den Hekatoncheiren und Kyklopen.

Auf Gaias Rat hatte sich Zeus nach Tartaros, dem untersten Abschnitt der Unterwelt begeben, wo er das Monster Kampe erschlug. Das Ungeheuer hatte die Hekatoncheiren und Kyklopen bewacht, die einst von Uranos dort eingesperrt worden waren. Als Dank für ihre Befreiung kämpften sie nun auf der Seite von Zeus.

Von den Kyklopen erhielt er eine seiner mächtigsten Waffen, das Blitzbündel. Außerdem gaben sie Hades einen Helm, der ihn unsichtbar machte und Poseidon seinen Dreizack.

Bei den Hekatoncheiren handelte es sich um die drei Söhne des Uranos, die über 50 Köpfe und einhundert Arme verfügten. Auch sie stellten sich auf Zeus‘ Seite.

Kronos wird gestürzt

Mithilfe seiner neuen Verbündeten und ihren Waffen gelang es Zeus, seinen Vater Kronos zu besiegen und zu entmachten.

Auf Rat von Gaia bestimmten die Götter nun Zeus zu ihrem Anführer.

Außerdem teilten sie die Welt in drei Bereiche ein. Dies waren der Himmel, der nun von Zeus beherrscht wurde, die Unterwelt, die Hades zufiel, sowie das Meer, über das Poseidon gebot.

Der entmachtete Kronos sowie seine verbündeten Titanen wurden zur Strafe in den Tartaros verbannt, wo sie die Hekatoncheiren bewachten.

Der Titan Atlas wurde dazu ausersehen, bis ans Ende aller Tage den Himmel zu halten, weil dieser beinahe auf die Erde gestürzt wäre.

Keine Strafe erhielten hingegen die neutralen Titanen.

Doch trotz des prachtvollen Sieges war der Kampf für Zeus um die Macht noch nicht zu Ende.

Die Gigantomachie – die Schlacht der Giganten

Nach dem Triumph über Kronos zogen Zeus und ein Teil seiner Geschwister auf den griechischen Olymp und wurden zu Göttern des Himmels.

Doch drohte dem Göttervater schon bald neues Unheil, weil Gaia darüber enttäuscht war, dass Zeus die Titanen nach Tartaros verbannt hatte.

Aus diesem Grund überredete sie einige ihrer Söhne – die Giganten – dazu, sich gegen die olympischen Götter zu erheben. Dabei wurden brennende Bäume und gewaltige Felsen in den Himmel geschleudert.

Außerdem wollte sie die Giganten unsterblich machen, indem sie nach einer bestimmten Pflanze suchte.

Als Zeus von Gaias Vorhaben erfuhr, gebot er der Sonne (Helios), der Morgenröte (Eos) sowie dem Mond (Selene) nicht mehr zu scheinen, um ihr die Sicht zu nehmen.

Schließlich gelang es Zeus, die besagte Pflanze selbst aufzuspüren, was den Göttern des Olymps einen großen Vorteil brachte.

Dennoch war der Sieg ungewiss, weil selbst Götter keine Giganten töten konnten.

Ein Orakel sagte jedoch voraus, dass der Sieg gelingen würde, wenn ein Mensch dabei hülfe.

Aus diesem Grund wurde Herakles, der sterbliche Sohn des Zeus, angeworben, der den Giganten vergiftete Pfeile in die Augen schoss, was den Göttern schließlich den Sieg brachte.

Zeus konnte dadurch seine Herrschaft festigen. Schon bald drohte aber erneut Gefahr.

Bedrohung durch Typhon

Auch nach diesem Triumph von Zeus ging der Kampf um die Vorherrschaft weiter, weil Gaia aus Trauer um den Verlust ihrer Söhne das Ungeheuer Typhon auf den Olymp hetzte.

Bei Typhon handelte es sich um einen grausamen Riesen, der unzählige Schlangenköpfe besaß, die verschiedene Sprachen beherrschten.

Zeus beschloss, sich dem Riesen zum Kampf zu stellen, als dieser den Olymp angriff. Dabei wurde Zeus beinahe besiegt und musste sich von Hermes in Sicherheit bringen lassen.

Als Zeus wieder bei Kräften war, griff er Typhon erneut an und verletzte ihn dabei so schwer, dass Typhon nach Sizilien floh.

Dort wurde Typhon von Zeus gestellt, der den Riesen unter dem Vulkan Ätna und dessen Gestein begrub.

Durch diese drei großen Siege hatte Zeus nun endgültig die Herrschaft errungen und war der mächtigste aller griechischen Götter.

Frauen und Kinder des Zeus

Trotz all seiner göttlichen Kräfte besaß Zeus aber auch überaus menschliche Eigenschaften.

Zwar hatte er seine Schwester Hera zur Frau genommen, doch zog es ihn immer wieder zu anderen Frauen, für die er starke Leidenschaft empfand.

Um deren Gunst zu erringen, griff der Göttervater auf unterschiedliche Listen zurück. So konnte er sich in Tiere wie einen Schwan oder einen Stier verwandeln, um an sein Ziel zu kommen.

Mit Hera hatte Zeus vier Kinder. Dies waren Ares, Hephaistos, Hebe und Eileithyia.

Zu seinen zahlreichen Geliebten gehörten u. a. die Göttin Leto, die für ihn Apollon und Artemis zur Welt brachte, sowie die Göttin Leda, die ihm die Söhne Castor und Pollux schenkte.

Aber auch Halbgöttinnen, Nymphen und sterbliche Frauen wurden zu Zeus‘ Geliebten.

Da seine Gattin Hera mit größter Eifersucht reagierte, war den einzelnen Liebschaften keine große Dauer beschieden.

Zeus kümmerte sich aber durchaus um die Kinder, die das Resultat seiner Seitensprünge waren, wie zum Beispiel Herakles oder die schöne Helena.

Der einzige Sohn, der Zeus‘ Liebe auf Dauer genoss, war der Königssohn Ganymed. Aufgrund von dessen Schönheit verwandelte sich Zeus eines Tages in einen Adler und brachte Ganymed auf den Olymp, wo er als Mundschenk fungierte.

Weitere Kinder von Zeus waren u. a.:

  • Athene, die Tochter von Metis und Schutzgöttin von Athen
  • Dionysos, der Gott des Weines
  • Persephone, die Tochter von Demeter
  • die Moiren Lachesis, Klotho und Atropos
  • die Horen Eirene, Dike und Eunomia
  • Perseus, der Sohn der Sterblichen Danae
  • Aphrodite, die Tochter von Dione
  • Hermes, der Sohn der Maia
  • Argos, der Sohn von Niobe
  • Tantalos, der Sohn von Pluto
  • Zagreus, der Sohn der Persphone
  • Pan, der Gott der Hirten
  • Arkas, der Sohn der Nymphe Kallisto

Kult um Zeus

In der Antike entstand in Griechenland ein regelrechter Kult um Göttervater Zeus.

Als älteste Kultstätte gilt das Zeus-Orakel von Dodona, das sich in einem Eichenhain befand. So fungierte die Eiche als heiliger Baum des Göttervaters.

Ein weiteres berühmtes Zeus-Orakel befand sich in Olympia.

Auf Kreta wurde in Höhlen der Geburt und Kindheit des obersten griechischen Gottes gedacht.

Die alten Griechen verehrten Zeus als Allgott. So wurde er sowohl als Vater der Götter als auch als Vater der Menschen betrachtet.

Gleichzeitig war Zeus aber auch Gott des Schicksals und des Wetters.

Auch die griechischen Herrscher huldigten Zeus und ließen ihm zu Ehren Tempel erbauen wie das Olympieon in Athen.

Obwohl der Bau des Tempels im 6. Jahrhundert v. Chr. begann, kam es erst im 2. Jahrhundert unter dem römischen Kaiser Hadrian zu seiner Vollendung.

Zeus wurde von den Griechen noch bis in die Spätantike verehrt. Erst um 600 n. Chr. fand seine Huldigung ihr Ende.